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Weltstar Nowitzki: «Vorbild» und «Jahrhundertsportler»

Dallas – Der deutsche Spitzensport verliert einen seiner Größten des Sports. Nach dem emotionalen Rücktritt von Dirk Nowitzki schwärmen zahlreiche Weggefährten sowie Bewunderer über das Vermächtnis des Superstars und betonen seine Strahlkraft weit über den Basketball hinaus.

«Mit Dirk Nowitzki verlässt ein deutscher Jahrhundertsportler die Bühne des Weltsports», sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. «Wir danken einem der wertvollsten Botschafter Sportdeutschlands für lange Jahre unvergesslicher sportlicher Momente.»

Schon der ebenfalls jüngst zurückgetretene Alpin-Star Felix Neureuther stellte Nowitzki in eine Ahnenreihe mit Max Schmeling, Armin Hary, Boris Becker, Franz Beckenbauer und Michael Schumacher. Der dreimalige Wimbledonsieger Becker gratulierte via Twitter «für deine unglaubliche Karriere». Viele Menschen, die den Würzburger schon früh in seiner Laufbahn begleitet haben, hoben allerdings nicht nur die sportliche Seite hervor.

«Er hat gezeigt, dass Weltstar-Sein durchaus zu hundert Prozent damit verbunden sein kann, menschlich geerdet zu bleiben, menschlich trotz größter sportlicher Erfolge die allerhöchste Qualität zu haben», sagte der frühere Bundestrainer Dirk Bauermann der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. «Das hat eine Strahlkraft, die über das rein Sportliche weit hinaus geht. Er ist ein Leitbild für junge Menschen, Leuchtturm, Orientierungshilfe, das ist schwer mit Worten zu fassen.»

Beim Berlin-Besuch mit den Dallas Mavericks vor sieben Jahren wurde Nowitzki von der Amerikanischen Handelskammer als «transatlantischer Brückenbauer» geehrt. Das Auswärtige Amt bezeichnete ihn nun als «einzigartigen Botschafter unseres Landes».

Ex-Profi Detlef Schrempf, der beim ersten NBA-Spiel von Nowitzki für die Mavs im gegnerischen Team stand, brachte seine Verehrung auf eine einfache Formel: «Er ist einfach ein guter Mensch.» Wie der gebürtige Leverkusener will Nowitzki auch nach der aktiven Karriere in der amerikanischen Wahlheimat bleiben.

Anders als Schrempf, der während seiner NBA-Zeit nur noch für den Olympiasommer 1992 ins Nationalteam zurückkehrte, stellte sich der heute 40-Jährige immer wieder in den Dienst des Nationalteams. Bis zu seiner ersehnten Olympia-Teilnahme 2008 in Peking stand Nowitzki jeden Sommer auf dem Parkett, bei den Sommerspielen repräsentierte er sein Land als Fahnenträger. Auch danach gab es noch zwei, wenn auch weniger erfolgreiche, Gastspiele. «Es ist etwas Besonderes, mit jemandem wie ihm zusammengespielt zu haben. Sein Niveau ist legendär», erinnerte der jetzige Bundestrainer Henrik Rödl, mit dem Nowitzki zusammen 2002 WM-Bronze gewann.

Während der ersten Jahre in der NBA wurde Nowitzki von der breiten deutschen Öffentlichkeit häufig noch eher als Außenseiter behandelt, die immer gleichen Fragen nach seiner Größe nervten den 2,13 Meter großen Hünen kolossal. Mit den Erfolgen bei der Nationalmannschaft und bei den Mavs stieg aber auch die Anerkennung rasant. Mehrfach kam er bei der Kür des Sportler des Jahres auf das Treppchen, der Meistertitel mit Dallas brachte ihm 2011 bei dieser Wahl die erste Auszeichnung als Athlet aus einer Mannschaftssportart ein.

Auch über die Grenzen des Basketballs hinaus war ihm nicht erst damit die Verehrung sicher. «Du bist der wichtigste Sportbotschafter Deutschlands …weltweit», schrieb Ex-Handballer Stefan Kretzschmar zum Abschied. «21 Jahre warst du Vorbild.»

In Bayern soll Nowitzki nun eine der höchsten Auszeichnungen des Freistaates erhalten. Landtagspräsidentin Ilse Aigner will dem gebürtigen Würzburger die Bayerische Verfassungsmedaille verleihen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. «Dirk Nowitzki hat mit seinem Können, aber auch mit seiner Art viel zur deutsch-amerikanischen Freundschaft beigetragen. Er ist eine menschliche Transatlantikbrücke.»

Fotocredits: Tony Gutierrez
(dpa)

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