Nationalhymnen-Debatte: NFL-Spieler protestieren weiter

Philadelphia – Die Nationalhymnen-Debatte in der amerikanischen Football-Liga NFL geht in die nächste Runde. Mehrere Spieler protestierten am Donnerstag (Ortszeit) beim ersten großangelegten Saison-Vorbereitungsspieltag der Profi-Liga während des Abspielens der US-Hymne.

Spieler hoben ihre Fäuste, blieben in der Umkleide, drehten ihren Rücken zum Spielfeld oder knieten an der Seitenlinie.

«Jeder wartet auf eine Entscheidung der Liga», sagte Malcolm Jenkins vom Super-Bowl-Champion Philadelphia Eagles. «Es wird uns aber nicht davon abhalten, für das einzustehen, woran wir glauben.» Jenkins und sein Mitspieler De’Vante Bausby standen vor der Partie gegen die Pittsburgh Steelers (14:31) mit erhobenen Fäusten an der Seitenlinie.

In Miami demonstrierten gleich drei Spieler, Kenny Stills und Albert Wilson knieten hinter ihren Teamkollegen am Spielfeldrand, während Robert Quinn seine rechte Faust in den Himmel streckte. «Als schwarzer Mann habe ich in dieser Welt die Verpflichtung, Aufmerksamkeit (für das Thema) zu schaffen», erklärte Quinn.

Ex-San-Francisco-49ers-Quarterback Colin Kaepernick, der 2016 als erster Spieler an der Seitenlinie kniete und damit eine Welle des Widerstands über die NFL hinaus auslöste, äußerte sich auf Twitter zu den erneuten Protesten. «Mein Bruder (Kenny Stills) setzte heute Abend seinen Protest zur systematischen Unterdrückung fort, in dem er sich hinkniete. Albert Wilson unterstützte ihn. Bleibt stark Brüder!», schrieb der frühere Spielmacher.

NFL-Profis hatten im vergangenen Jahr während der Hymne immer wieder das Knie gebeugt, um gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und Ungleichheit zu protestieren. US-Präsident Donald Trump beschimpfte diese Spieler ein ums andere Mal und forderte die Liga zum Handeln auf. Erst im Mai verkündete die NFL eine neue Regelung, die es Spielern in der kommenden Saison erlauben sollte, während des Abspielens der Nationalhymne in der Umkleidekabine zu warten. Diese Regelung wurde jedoch nur wenig später wieder außer Kraft gesetzt.

Fotocredits: Matt York
(dpa)

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