Minnesota Vikings können NFL-Geschichte schreiben

Minneapolis – Die Minnesota Vikings wollen NFL-Geschichte schreiben. Mit einem Sieg im Playoff-Halbfinale am Sonntag gegen die Philadelphia Eagles könnte das Football-Team aus dem US-Bundesstaat Minnesota als erste Mannschaft überhaupt einen Super Bowl im eigenen Stadion bestreiten.

Das Erreichen des Endspiels wäre nach dem «Wunder von Minneapolis» im Viertelfinale der nächste große Coup der Wikinger. Als Minneapolis im Jahr 2014 von der amerikanischen Football-Liga NFL den Zuschlag für die Ausrichtung von Super Bowl 52 erhielt, rechnete niemand damit, dass die Vikings vier Jahre später zu den besten vier Mannschaften gehören würden. Die Saison 2013/2014 beendete Minnesota mit einer Bilanz von fünf Siegen, zehn Niederlagen und einem Unentschieden.

Auch zu Beginn dieser Spielzeit hatte keiner die Vikings so wirklich auf der Rechnung. Minnesota gehört ähnlich wie die Buffalo Bills zu den «Likable Loser», also zu den sympathischen Verlierern in der NFL. Das 1961 gegründete Team stand bislang viermal im Super Bowl – zuletzt 1977 – ein Titel fehlt allerdings. Nach einem durchwachsenen Saisonstart fehlt den Vikings nur noch ein Sieg zur fünften Endspiel-Teilnahme. Einen großen Anteil am Erfolg in dieser Saison hat Ersatz-Quarterback Case Keenum.

«Es ist unglaublich», sagte Keenum in Bezug auf die aktuelle Saison. Dass der 29-Jährige überhaupt auf dem Feld steht, liegt daran, dass sich der eigentliche Quarterback der Vikings, Sam Bradford, zu Saisonbeginn schwer am Knie verletzte. «Er ist jemand für den du spielen willst», sagte Vikings-Receiver Adam Thielen über Keenum.

Für die Liga bedeutet eine potenzielle Super-Bowl-Teilnahme der Vikings vor allem logistische Probleme. «Wir schauen uns die Situation ganz genau an, keine Frage, und das machen wir schon seit geraumer Zeit», sagte NFL-Veranstaltungsdirektor Peter O’Reilly dem US-Sportmagazin «Sports Illustrated». «Wir haben einen sehr detaillierten Notfallplan. Wir haben ihn noch nie eingesetzt, aber er existiert».

Im Normalfall hätte die NFL bereits nach dem Ende der regulären Spielzeit mit den Super-Bowl-Vorbereitungen in Minneapolis begonnen, doch da sich die Vikings als zweitbeste Mannschaft der Vorrunde in der National Football Conference (NFC) für die Playoffs qualifizierten, mussten sich die Liga-Verantwortlichen gedulden. Erst nach dem dramatischen Viertelfinal-Heimsieg gegen die New Orleans Saints (29:24) am vergangenen Sonntag konnte die Liga das U.S. Bank Stadium übernehmen. Das Playoff-Halbfinale findet in Philadelphia statt.

Die Vikings qualifizierten sich dafür dank eines 61-Yard-Touchdown-Passes von Keenum auf Stefon Diggs wenige Sekunden vor Schluss gegen New Orleans. Das «Wunder von Minneapolis», wie viele US-Medien titelten.

Die Liga bereitet seitdem alles für den Super Bowl am 4. Februar vor. In dem komplett überdachten Stadion müssen einige Veränderungen vorgenommen werden, dazu gehört unter anderem die Installation von zusätzlichen Presseplätzen für eines der größten Einzelsportereignisse der Welt. Das Stadion selbst wurde erst im Jahr 2016 eröffnet und kostete satte 1,1 Milliarden Dollar.

Fotocredits: Jim Mone
(dpa)

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