Hymnen-Protest im Football: Polizeichef schaltet sich ein

San Diego – Die Debatte um den Hymnen-Protest des Football-Profis Colin Kaepernick von den San Francisco 49ers hat eine neue Ebene erreicht.

Der Polizeichef von Santa Clara im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien erklärte, dass er die dort ansässige Polizeigewerkschaft auffordern werde, einen angedrohten Boykott von Spielen des NFL-Teams nicht umzusetzen. Viele Polizeibeamte seien «betrübt und verärgert» durch die Aktionen von Kaepernick, schrieb Polizeichef Michael Sellers in einem Statement am Samstag (Ortszeit), erklärte jedoch: «Polizeibeamte sind dazu da, die Rechte jeder Person zu schützen, auch wenn wir mit ihren Positionen nicht übereinstimmen.»

Die Polizeigewerkschaft der Stadt hatte dem Club in einem Brief angedroht, keinen Dienst im Stadion zu verrichten, sollten die 49ers ihren Quarterback nicht bestrafen. Kaepernick hatte sich bei Vorbereitungsspielen nicht während der US-Hymne erhoben und war zuletzt niedergekniet, während ein Marineoffizier und ein Dutzend Militärmitglieder eine große Flagge ausbreiteten.

Mit seinen Auftritten wolle er sich gegen Rassismus im Land, gegen Ungleichbehandlung und Polizeigewalt wehren, erklärte er seine Handlungen. Zuvor hatte er Donald Trump als «offen rassistisch» bezeichnet. Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner hatte dem 28-Jährigen daraufhin nahegelegt, die USA zu verlassen.

Fotocredits: John G. Mabanglo
(dpa)

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