Fünf Kanada-Teams starten in NHL-Playoffs

New York – Vier deutsche Eishockey-Profis hoffen auf den Titel in der nordamerikanischen Profiliga NHL, fünf kanadische Teams haben das Desaster aus dem Vorjahr vergessen lassen. Bei den am Mittwoch (Ortszeit) beginnenden Playoffs wird es ernst im Kampf um den Stanley-Cup.

In der vergangenen Saison hatten erstmals nach 46 Jahren alle sieben Mannschaften aus dem Eishockey-Mutterland Kanada die Top-16 verpasst. Jetzt sind die Montreal Canadiens, die Ottawa Senators und die Toronto Maple Leafs im Osten sowie die Edmonton Oilers und die Calgary Flames im Westen für die Playoffs qualifiziert. «Eishockey ist hier Religion. Mehr noch als Fußball in Deutschland», erklärte Jungstar Leon Draisaitl über den Eishockey-Status in Kanada.

Der deutsche Ausnahmespieler führte Edmonton mit 29 Treffern und 48 Vorlagen zum ersten Mal nach 2006 wieder in die Playoffs. Mit 77 Scorer-Punkten pulverisierte er den deutschen NHL-Rekord des heutigen Bundestrainers Marco Sturm (59). Nur sieben Stars aus der besten Liga der Welt holten in dieser Spielzeit mehr Punkte als der 21 Jahre alte Stürmer aus Köln. 

Einer von ihnen ist Team-Kollege Connor McDavid. Der 20-Jährige wurde mit 100 Punkten (30 Tore und 70 Vorlagen) bester NHL-Scorer der regulären Saison. Gemeinsam mit Draisaitl lässt er die Fans in der kanadischen Provinz Alberta von großen Zeiten träumen. Zwischen 1980 und 1990 holte Edmonton fünfmal den Stanley Cup. «Jeder ist heiß auf den Beginn. Es wird eine tolle Stimmung in der Arena herrschen», kündigte Draisaitl an.

Selbst die Tickets für die ersten beiden Heimspiele in der «Best-of-Seven»-Serie gegen die San Jose Sharks in der ersten Runde waren umgehend ausverkauft. Die Anhänger waren sogar bereit, 450 Dollar (rund 425 Euro) für einen Platz mit der schlechtesten Sicht in der Halle zu zahlen. «Jeder in der Stadt ist aufgeregt. Wir auch. Deswegen ist die Vorfreude riesengroß», betonte Draisaitl.

Allerdings zählen die Oilers nicht zum engsten Favoritenkreis. Titelverteidiger Pittsburgh Penguins mit Sidney Crosby und Tom Kühnhackl (gegen die Columbus Blue Jackets), der Vorrunden-Beste Washington Capitals mit dem russischen Superstar Alexander Owetschkin und Ersatztorhüter Philipp Grubauer (gegen die Toronto Maple Leafs) oder auch die Chicago Blackhawks (gegen die Nashville Predators) gelten als größte Titelanwärter.

Neben den Oilers haben am ehesten die Montreal Canadiens Außenseiter-Chancen. Der NHL-Rekordmeister gewann als letztes kanadisches Team 1993 den Stanley Cup und sicherte sich in dieser Spielzeit den ersten Platz in der Atlantic Division. Mit den New York Rangers wartet jedoch gleich ein dicker Brocken zum Auftakt. Die Calgary Flames (gegen die Anaheim Ducks und Korbinian Holzer) sowie die Ottawa Senators (gegen die Boston Bruins) hoffen zumindest auf den Einzug in die nächste Runde.

Die Geschichte des begehrten Stanley Cups geht auf das Jahr 1892 zurück, als Frederik Stanley, Baron of Preston, als Generalgouverneur von Kanada einen 18,5 Zentimeter hohen und 29 Zentimeter breiten Silber-Pokal spendete. Ein Sieger steht diesmal schon vor den Playoffs fest. Der TV-Sender «Sportsnet» zahlte im Jahr 2013 rund 5,3 Milliarden US-Dollar (etwa fünf Milliarden Euro) an die Liga und sicherte sich damit für zwölf Jahre die Übertragungsrechte. Nach dem kompletten Scheitern der Kanada-Teams im vergangenen Jahr waren die Quoten nach unten gesaust. «Ich bete darum, dass das nie wieder passieren wird», sagte Scott Moore, Präsident des Senders.

Fotocredits: Amber Bracken
(dpa)

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