Familie Ball will die Basketball-Welt erobern

Los Angeles – Kaum eine andere Familie sorgt in den USA derzeit für mehr Schlagzeilen als der Basketball-Clan Ball.

Egal ob Präsident Donald Trump oder große Sportartikel-Hersteller – die Ball-Familie um Vater LaVar und die Söhne Lonzo, LiAngelo und LaMelo schreckt vor keiner Konfrontation zurück. Besonders präsent ist dabei Vater LaVar Ball. Die Zeitschrift «GQ» resümierte deshalb in dieser Woche: 2017 sei das Jahr gewesen, «in dem LaVar Ball alles gewann».

Wie kam es dazu? In den Medien wird der Vater häufig als «Großmaul» bezeichnet, kontroverse Aussagen scheut er nicht. Der wachsende Bekanntheitsgrad der Familie hat auch dazu geführt, dass seit September die Reality-Web-Show «Ball in the Family» läuft.

Gleichzeitig ist Ball ein kühner Geschäftsmann, der den Familiennamen proaktiv vermarktet. Noch bevor seinem ältesten Sohn Lonzo im Basketball der Durchbruch gelang, rief er die Marke Big Baller Brand ins Leben. Nachdem keiner der großen Sportartikel-Hersteller die Marke kaufen wollte, entschloss er sich kurzerhand einfach selbst einen Schuh zu entwerfen.

Die jüngste Geschäftsidee des Familienvaters ist eine Profi-Liga für High-School-Absolventen, die lieber Geld verdienen wollen als aufs College zu gehen. In der von Big Baller Brand finanzierten «Junior Basketball Association» sollen Spieler zwischen 3000 und 10 000 US-Dollar pro Monat verdienen können.

Inzwischen ist Sohn Lonzo im Profi-Basketball angekommen. Seit dieser Saison spielt er in der nordamerikanischen Liga NBA für die Los Angeles Lakers. Und nicht nur als Ergänzungsspieler.

Von Basketball-Legende Magic Johnson wurde er gleich als «neues Gesicht der Lakers» bezeichnet. Damit stellte er ihn in eine Reihe mit Superstar Kobe Bryant, der 20 Jahre lang die Lakers anführte. Doch bislang erfüllt Ball die Erwartungen nicht voll. Die Mannschaft verliert häufig und er trifft zu wenig. Für seinen Vater ist Lonzo – natürlich – trotzdem schon jetzt der beste Spieler der NBA. «Ich habe meinen Sohn trainiert, ich weiß wie gut er ist», sagt er.

Auch der zweitälteste Sohn LiAngelo sorgte im vergangen Monat für Schlagzeilen – allerdings nicht für sportliche: Wegen Ladendiebstahls wurde er mit zwei Kollegen seines College-Teams in China verhaftet. Sogar US-Präsident Trump schaltete sich in die Angelegenheit ein. Nachdem sich LaVar weigerte, Trump für dessen Hilfe zu danken, twitterte der Präsident: «Ich hätte sie im Gefängnis lassen sollen.»

Künftig wird der 19 Jahre alte LiAngelo nun auch in Europa unterwegs sein: Er und sein drei Jahre jüngerer Bruder LaMelo unterzeichneten jeweils einen Einjahresvertrag beim litauischen Basketball-Erstligisten BC Vytautas. Am 9. Januar sollen sie dort erstmals spielen – Schlagzeilen werden folgen.

Fotocredits: Patrick Fallon,Marcio Jose Sanchez
(dpa)

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