„Diesel“ wechselt nach Phoenix

Es scheint wohl die Saison der Jahrzehnte Trades zu werden. Am vergangenen Donnerstag liessen die Phoenix Suns auf einer offiziellen Pressekonferenz in Secaucus (New Jersey) die Bombe platzen. Der mittlerweile 35-jährige Center und viermalige NBA Champion Shaquille O’Neal von den Miami Heat geht im Gegenzug für Shawn Marion und Marcus Banks zum Titelanwärter Phoenix Suns.

Das Shaq immer wieder für eine Überraschung gut ist, weiß mittlerweile jeder NBA Fan. War er doch jahrelang der dominanteste (und furchteinflößendste) Centerspieler, den je ein NBA-Zuschauer gesehen hat. Sei es zu seiner Orlando-Zeit beim Dunking, welcher mal einfach die gesamte Korbanlage zum Zerbersten brach oder im All-Star-Game, wo man ihn des öfteren bei einem Dreierversuch oder Breakdancen erwischt hat. Sein Beruf sieht er weniger als Sportler, mehr als Entertainer und genau dafür liebten und lieben ihn die Fans, wo immer er auch spielte. Orlando, Los Angeles, Miami und nun in Phoenix…“Shaq, you’ve done it again!“ (nba.com).

 

So sehr sich die Fans in Phoenix auch über ihren Neuankömmling freuen, desto geschockter ist die gesamte Sportpresse. Viele Insider glaubten das nach Ende der Saison ebenso das Ende für die Karriere des bald 36-jährigen „Big Aristotle“ gekommen sei. Zugegeben, als mich die Nachricht ereicht hatte war ich ebenfalls verblüfft, aber geschockt wohl eher nicht. Insgeheim war es doch nur eine Frage der Zeit bis sich was in Miami bewegen wuerde, besser gesagt bis sich Shaq bewegen würde, denn dies kann er gut. Nach seinem fulminanten Einstieg in die NBA bei den Orlando Magic im zarten Alter von 20 Jahren verpflichteten ihn die Lakers. Die Fans empfangen ihn mit offenen Armen, aber skeptisch war man trotzdem, wusste man noch nicht so recht um das Zussamnespiel zwischen Shaq und den damals 18-jährigen Kobe Bryant. Nach zwei erfolglosen Saisons sollten die Fans Zeugen eines der besten NBA Duos aller Zeiten werden. Zusammen holten die beiden 3 NBA-Titel nach Los Angeles. Doch der Medien polarisierende Spaßvogel und der Einzelgänger Kobe Bryant kamen auf dem Feld nicht immer gut aus, außerdem wollten beide gleichermaßen im Spotlight stehen. Die typische „Du ärgerst mich, ich ärgere dich!“-story, bei der Mami früher immer versucht dazwischen zu gehen…Schließlich kam es zu Beleidigungen im Fernsehen und hatte zur Folge das einer der beiden gehen musste. Shaq fiel die Entscheidung damals relativ leicht L.A. zu verlassen, war er doch der erfahrenere, der Große, der Liebling der Medien, der „Diesel“ und der Diesel weiß, dass er überall Erfolg haben kann.

 

Phoenix kann sich freuen, wenn Shaq wieder seinen Dieselmotor auf Fahrt bringt, kann er Spiele allein entscheiden.

Hier mal ein kleines Video über die hoffentlich bald wiederkehrende Dieselpower

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In Miami war er ebenso Showact wie in L.A. und die Fans wollten ihn. Auf den damaligen MTV Video Music Awards war er das Highlight, nicht weil er ein Award bekam, sondern weil er Laudator war. Angekündigt wurde er jedoch als hätte er alle Awards im Alleingang abgeräumt, aber so ist er halt, der Diesel – Camera, Lights , Action (Der 20 Juli 2004 wurde sogar zum „Shaq Day“ erkoren…?!). In Miami hatte er ebenso wie in L.A. die Chance mit einem der talentiertesten Newcomer der Liga zu spielen, diesmal mit Dwyane Wade. Ob dies denn auch gut ausgehen würde, löste viele Bedenken bei den Kritikern aus, doch wurden sie schnell eines Besseren belehrt. Die beiden harmonierten perfekt und holten schließlich den Titel nach Miami. Wieder einmal bewies Shaq, dass er immer noch die Bretter dominieren kann. Nach dem Miami-Hoch kam diese Saison aber auch das absolute Miami-Tief. Miami Heat schlechtestes Team der Liga? Aber sicher, alles ist möglich im Land der unbgerenzten (sportlichen) Möglichkeiten. Wade hatte im Sommer mit einer Operation zu kämpfen und Shaq avancierte vom Bulldozer zum Bankschieber, meist aufgrund von Verletzungsproblemen. Verletzungsprobleme? Shaq? der Mann der mal, erinnern wir uns, folgendes von sich gab: “I’m dominant every night. I come in every night and get beat up. I never make a face when they try to flagrant or hack-a-Shaq me, because I’m not from this planet. Earthlings don’t faze me…”

 

Dass eine Lösung für das Problem der Heat schnellst möglich gefunden werden musste war allen beteiligten klar. Ein derart mit guten Spielern besetztes Team hat am Ende der Liga überhaupt nichts zu suchen und das war auch klar für den Diesel. Also hiess es mal wieder sich zu bewegen und zwar nach Phoenix. Der Aufschrei bei den Fans und in der Presse war zunaechst relativ gross, stellte man sich doch die Frage wieso ausgerechnet Phoenix, zurueck in den Westen? Die Antwort is jedoch einfach: Zum einen sind die Suns seit Jahren Titelkandidat, spielen den mit Ausnahmen besten Offensivbasketball der Liga, haben es jedoch in den letzten Jahren nie bis in die Finals geschafft -klarer Fall fuer Shaq-Attack! Zum anderen waren schon seit laengerer Zeit Geruechte in den amerikanischen Sportmedien im Umlauf, dass es im Umkleideraum der Suns wohl doch nicht so harmonisch zugeht, wie es auf dem Spielfeld immer aussieht. Shawn Marion soll bekannt sein als Meckerknabe und wohl schon laenger den Wunsch gehabt haben das Team zu verlassen. Ausserdem sind er und Marcus Banks ein perfekter Tausch fuer ein alternden O’Neal.

 

Was bringen die Veraenderungen fuer das Spiel mit sich? Die Suns sind, wenn Shaq bis zu den Playoffs gesund ist und sich einspielt, mehr Titelkandidat als je zuvor und werden bestimmt nun mit Shaq mehr Spass in der Umkleide haben. Die Miami Heat hingegen haben mit Shawn Marion und Dwyane Wade die Chance wieder ein Offensivduo aufzustellen, um erst einmal aus dem Keller der Tabelle rauszukommen und in den naechsten Jahren wieder Angriff auf die Trophäe zu nehmen.

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